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Hat sich das Tierwohl wirklich verbessert?

Agrartipp, 25.09.2017

Wie sieht die Realität aus?

Den Deutschen wird das Tierwohl immer wichtiger und auch in der Politik gibt es immer mehr Parteiern die sich dem Tierschutz anschließen wollen und in ihr Wahlprogramm mit einbeziehen, unter anderem CDU, SPD und die FDP.

Dennoch geistern immer wieder Horrorvideos von Massentierhaltung und furchtbar schlechten Bedingungen im Netz herum.

Aber wie sieht die Wirklichkeit aus, hat sich bisher etwas getan?

Es geht zwar sehr langsam voran, da viele Landwirte nicht aus den gewohnten Verhältnissen raus wollen, dennoch gibt es auch aufgeschlossene Bauern die sich dem Tierwohl anschließen, auch durch den vermehrten Druck von Verbrauchern.

Das meiste hat sich bisher in der Hühnerhaltung getan: Sie dürfen seit 2009 in Deutschland und seit 2012 sogar EU-weit nicht mehr in Legebatterien gehalten werden. Außerdem müssen Sitzstangen, Nester und Scharrbereiche bereitgestellt werden.

Bei Schweinen gab es einen kleinen Fortschritt weg vom sogenannten Kastenstand zumindest bei trächtigen Schweinen. Trotzdem ist dieser wirtschaftlich nach der Geburt der Ferkel notwendig um die Erdrückungsgefahr durch die Muttersau zu verhindern.

Bei Rindern wird über das Verbot der Anbindehaltung zumindest diskutiert.

In Sachen Antibiotika herschen mittlerweile Meldepflichten beim Einsatz, wenn der Verbrauch zu hoch ist folgen strikte Auflagen, dies führt aber auch bei Angst vor Kontrollen dazu, dass kranke Tiere eher nicht behandelt werden. Diese bringen dann Verluste.

Nach Revolution klingt das alles nicht. Ein langer Weg bis zum verbesserten Tierwohl steht (hoffentlich) noch bevor.

Fakt ist, die Tiere könnten besser behandelt werden, das bedeutet mehr Arbeit, aber gleichzeitig qualitativ besseres Fleisch, da der Stressfaktor auch eine Rolle spielt. Sie sollten mit mehr Respekt behandelt und nicht nur als Fleisch-/Milch- oder Eierlieferanten gesehen werden. Verbraucher sollten sich zudem klar machen, dass ihre Wurst auch einmal lebendig war und nicht immer nach dem kleinsten Preis gehen.

  Carolin Gilgenbach
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