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Orkane, Starkregen oder Gewitter

aktuell, 19.05.2017

Damit haben Sie nicht gerechnet: Das sind die gefährlichsten Wetterereignisse!

Herrscht eine schwül-warme Wetterlage wie in dieser Woche, geht bei vielen wieder die Angst um.

Wir befinden uns inmitten der Gewitter- und Starkregensaison: Nachdem im vergangenen Frühjahr extreme Unwetter, etwa in Simbach am Inn, gewütet haben, werden wir wohl auch in diesem Jahr vor Unwetter-Schreckensmeldungen nicht verschont bleiben.

Doch wie hoch ist die Gefahr, dass Leib und Leben selbst einmal von einem Unwetter dieser Art bedroht wird?

Zunächst sollte man bei Unwettern zwischen den stillen und sichtbaren Gefahren unterscheiden. Denn Unwetter heißt nicht gleich, dass Tornados Bäume entwurzeln oder Starkregenfälle ganze Straßenzüge überfluten. Als "Unwetter" können ebenso Perioden mit extrem hohen bzw. niedrigen Temperaturen definiert werden, da auch sie die öffentliche Ordnung gefährden können. Und das, so zeigen es auch die jährlichen Todesfälle, in meist noch sehr viel höherem Umfang.

Baum nach Sturm - Bild: Achim Otto

 

Die Gefahr "stiller Unwetter"

Der menschliche Körper hat nur begrenzte Ressourcen, sich an Temperaturextrema anzupassen. Zwar sind Todesfälle, die in direktem Zusammenhang mit Hitze oder Kälte stehen, eher selten verbunden; dafür werden gesundheitliche Probleme durch die Temperaturen aber verstärkt.

In eigenen Schätzungen haben wir vor einige Jahren für unterschiedliche sichtbare Extremwettereignisse die jeweiligen Todesfälle pro Jahr bestimmt.

(Wetter-)gefahr Todesfälle pro Mio. Einwohner
Sturm / Orkan 0,05
Glätte / Schnee 10
Blitzschlag 0,1

 

Ein Blick auf die Todesrate, die mit den stillen Unwettergefahren verbunden ist, zeichnet ein deutlich dramatischeres Bild. So fordert ein einzelner Hitzetag (>30 °C) als Auslöser von Herzinfarkten und Schläganfällen bis zu 15 zusätzliche Todesopfer pro eine Million Einwohner.

Bei einem starken Abfall der Temperatur, der ebenfalls auf unterschiedliche Krankheitsbilder negative Auswirkungen hat, sind es sogar bis zu 25 zusätliche Todesopfer pro Tag.

Ein Extrembeispiel

Während der Hitzeperiode im August 2003 stieg in Mitteleuropa die Anzahl der zusätzlichen Todesfälle durch die Hitze in Turin (Italien) auf bis zu 50 Personen pro Tag an.

Und auch in Deutschland gab es einen ähnlichen Trend: In Frankfurt etwa waren es bis zu 30 mehr Todesopfer als an einem vergleichbaren Sommertag. Eine Steigerung von 200%!

 Bild: Achim Otto

In diesem Atemzug zu nennen sind auch weitere Risiken, die in mittel- oder unmittelbarem Zusammenhang eines Hitzetages stehen.

Vor allem die Zahl der Menschen, die den Ertrinkungstod sterben, steigt an Hitzetagen extrem an.

Auch hier dienen der Hitzsommer 2003, aber auch der ebenfalls sehr warme Sommer 2006, als negative Spitzenreiter: 644 (2003) bzw. 606 (2006) Menschen ertranken in diesen Jahren in deutschen Gewässern. Zum Vergleich: Seit 2007 stieg die Zahl der jährlichen Ertrinkungstoten nicht mehr über die 500er-Marke; im Zeitraum 1993 bis 2014 ertranken jedes Jahr durchschnittlich 524 Menschen.

Im letzten Jahr starben von insgesamt 488 Menschen 387 in Flüssen, Bächen, Seen oder Teichen.

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